Badeferien trotz naechtlicher Minusgrade

200 Kilometer einsame Schotterstrasse ziehen sich durch die Nationalparks Lauca, las Vicuñas, Salar de Surire und Isluga. Reto’s Gepaecktraeger aechzt unter dem Gewicht unzaehliger Tomatensaucen, dafuer habem wir mit dem Wind wieder Frieden geschlossen. Wie eine unsichtbare Hand stoesst er uns ueber Ebenen und Huegel, vorbei an Vulkanen und von Mineralien gefaerbten Gebirgen…


Volcan Guallatire

Von Wellblechpisten, Sandloechern und Wind gebeutelt kommen wir nach zwei Tagen beim Refugio am Salar de Surire an. Als uns der freundliche Ranger einlaedt seine Kueche zu benutzen, lassen wir uns nicht zweimal bitten und kochen sogleich ein 4-Gang-Menu. Essen kann man hier schliesslich nie genug! Er muttert zwar etwas, als er spaet abends den leergekochten Gastank wechseln muss, laesst sich aber sehr gerne zum Schoggi-Pudding einladen 😉


Salar de Surire

Hier scheint die Welt noch in ihren Bahnen zu laufen: Eine Gruppe Vicuñas (eine wilde Lama-Art) latscht gemuetlich durch die Gegend, unzaehlige Flamingos staksen durch die Tuempel im Salar und hasenaehnliche Nager mit langem Schwanz verstecken sich zwischen den Steinen. Obwohl die Szenerie unglaublich ist, sehen wir waehrend dem ganzen Tag nur einen einzigen Touristen-Jeep.


fluechtende Flamingos


Vicuña «Sophie» mit Mama

Den Nachmittag verbringen wir in den Thermen von Polloquere. In diesem Seelein variert die Temperatur je nach Position zwischen 30 und 60 Grad. Danach stinken wir zur Abwechslung mal nach Schwefel anstatt nach Schweiss 😉


Thermas de Polloquere

Die sinkenden Trinkwasser-Vorraete ueberzeugen uns am naechsten Morgen zum Weiterfahren. Die Strasse fuehrt ueber die gruene Grenze nach Bolivien und ueber die ebensogruene Grenze wieder zurueck nach Chile, wo wir bei einem warmen Bach unser Zelt verstecken. Hier wuerden nachts mehr Lastwagen verkehren als am Tag, haben wir gehoert. Es sei ein bekannter Schmugglerpfad… und tatsaechlich: Kaum ist es dunkel, brettern auf der sonst so einsamen Strasse die ersten Wagen vorbei.


Reto in Bolivien, Petra und der Salar de Surire in Chile

Zusammen mit einem chilenischen Bike-Guide auf Erkundungstour fahren wir weiter zu den heissen Quellen von Enquelga. Doch das Wasser im Pool ist nicht warm genug um uns zum Bleiben zu bewegen und wir rattern deshalb sogleich hinunter nach Colchane, dem Ziel dieser Etappe. Die chilenischen Hotelpreise lassen uns aber sogleich wieder nach Bolivien ausreisen.

Unterdessen sitze ich im Bus Richtung Iquique (an der chilenischen Kueste), wo es echte Supermaerkte, einen Strand und hoffentlich einen guten Velomech geben soll. Ausserdem brauchen wir dringend Infos ueber die weitere Route, denn bis jetzt fehlen nicht nur die Beschriebe anderer Radler, sondern teilweise auch die Strassen auf den Landkarten…

Liebe Gruesse aus dem Land wo «McDonalds» kein Fremdwort mehr ist,
Petra und Reto

Posted by