La Paz y el camino de la muerte

Die Vorstadtpampa von La Paz ist endlos, der Wind pfeift unerbittlich in die falsche Richtung und wir fragen uns, weshalb wir andauernd bergauf fahren, wo die Stadt doch in einem Talkessel liegen soll…

Ploetzlich aber stehen wir am Rand des mit Haeusern gefuellten Bergtals. Klar, wir wussten, dass es sich bei La Paz um eine Grossstadt handelt, aber gleich so hatten wir uns das nicht vorgestellt. Haeuser, Haeuser, Haeuser, dazwischen die eine oder andere Felswand und dann schon wieder Haeuser!

Innen drin kommt uns La Paz aber aehnlich vor wie auch Juliaca und Puno: hektisch und ueberbevoelkert. Das Gehen ist dem am St.Galler Openair aehnlich und der dichte Verkehr laesst sich auch durch eine rote Ampel hoechstens leicht abbremsen. Unermuedlich schreien die Bus-Jungen ihre Destinationen aus den offenen Tueren der Minibusse. Als ich einen davon nach dem Bus zum Flughafen frage, schreit er mir im gleichen Ton entgegen: “Auf der gegenueberliegenden Seite! Auf der gegenueberliegenden Seite! Auf der gegenueberliegenden Seite!” Vielleicht hat er schon vergessen, dass es bei einer normalen Mensch-zu-Mensch-Kommunikation vollommen reicht, die Dinge einmal zu sagen!?!

In einem der unzaehligen Reisebueros kaempfen wir uns mit unseren spaerlichen Spanisch-Kenntnissen ab um weitere Infos ueber den Salar zu bekommen. Obwohl unser Wortschatz begrenzt ist, hacken wir solange nach, bis der Touroperator schliesslich in astreinem Buendner-Deutsch erklaert: “Ja, wenns dert graui Wolke i dae Baerge hed soetsch aebe ned druf!” Er kennt die Gegend sehr gut und gibt uns noch so manchen nuetzlichen Tipp.

Nein, es sei nicht normal, dass es um diese Jahreszeit immer mal wieder regnet, meint er. Wenn wir uns schon verregnen lassen, wollen wir dies wenigstens im Regenwald tun und fliegen deshalb kurzerhand mit einem kleinen Militaerflugzeug der TAM (Transporte Aero Militar) ins Amazonasbecken. Mehr dazu aber im naechsten Artikel…

Zurueck in La Paz lassen wir uns auf dem 4’650m hohen Pass La Cumbre absetzen und sausen von da ueber die beruehmt beruechtigte «death road» in die Tiefe der Yungas.

Der von unzaehligen Reisebueros angepriesene Adrenalinschub bleibt zwar aus, denn fuer zweiraederige Gefaehrte ist die in den Fels eingeschnittene Strasse mehr als breit. Nur das Wissen, dass sich hier vor einem Jahr noch Lastwagen gekreuzt hatten, laesst einem einen Schauder ueber den Ruecken laufen und auch die vielen Kreuze am Strassenrand zeugen davon, dass diese Fahrt nicht ganz ungefaehrlich gewesen sein muss!

Heute laeuft der Verkehr gottseidank auf einer neuen Strasse. Dass auch diese nicht ganz ungefaehrlich ist, beweist aber das Wrack eines abgestuerzten Minibuses. Ein paar Polizisten stehen darum herum und die Tatsache, dass solche Busse erst fahren, wenn sie mit 10 bis 12 Personen vollgestopft sind, laesst Uebelkeit in uns aufsteigen.

Erfreulicher hingegen sind die vielen Klimazonen, die wir an einem einzigen Tag druchradeln. Schicht um Schicht ziehen wir die warmen Kleider aus, waehrend die Vegetation mit jedem Meter gruener und dichter wird.

Hasta luego

PS: Wer denkt, wir seien irgendwie nicht ganz dicht, all diese Strecken mit dem Velo zurueckzulegen, nehme bitte zur Kenntnis, dass es auch Leute gibt, die die «death road» und die damit verbundenen 3’500 Hoehenmeter nicht hinunter, sondern hinauf pedalen (siehe http://www.radventura.net)!!! Hut ab!

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