Bolivien hat verschiedene Gesichter

San Pedro sei die teuerste Stadt Chiles, meinen die Einwohner trocken, als uns bei den hiesigen Camping-Preisen die Luft weg bleibt.
Wir schauen uns zwar die beruehmten Tatio-Geysire an und klettern durch einen Salz-Canyon im Valle de la Luna, wissen danach aber immer noch nicht genau, weshalb es hier sooooo viele Touristen gibt…


El Tatio Geysire


«Amphitheater» im Valle de la Luna


Mitten in der Mondlandschaft eine riesige Sandduene

Ein bisschen wehmuetig verabschieden wir uns von Artax und Ygramul, die spaeter mit dem Pickup des Camping-Besitzers nach Calama fahren duerfen, wo sie bei seiner Tochter auf uns warten werden. Wir aber nehmen den Bus zur Kuestenstadt Antofagasta, wo wir uns neue Hosen, stadttaugliche Schuhe und ein 2l-Tetrapack Wein kaufen.

Auf dem Rueckweg ist die Busfahrt bis Calama zivilisiert, danach Richtung Sucre geht’s mal wieder «bolivianisch» zu und her. Unser Ellenbogen-Einsatz ist wohl immernoch zuwenig ausgereift, denn vor userer Nase setzt sich eine Frau mit Kind auf unseren Platz. Die Busgesellschaft bestaetigt zwar, dass sie ein falsches Ticket hat, aber das bewegt sie natuerlich noch lange nicht von ihrem Sitz. Zum Glueck ist noch ein anderer Platz frei, denn wir haetten beim besten Willen nicht 18 Stunden lang stehen wollen…

Bereits um 04:00 Uhr stehen wir an der bolivianischen Grenze, die um 08:00 Uhr oeffnet. Mitten im Niemandsland erwartet uns schliesslich der bolivianische Anschlussbus um die Passagiere auszutauschen. Als ob wir «Schwarzen Mann» spielen wuerden, sieht es aus, als die Leute von beiden Seite auf den gegenueberliegenden Bus zustuermen um ihre riesigen Taschen ins Gepaeckfach zu wuergen, bevor die anderen ihre herausnehmen konnten. Wer einen Pass hat klettert danach ueber die im Wege stehenden Eisenbahnwagen zum Migrationsbureau. Bevor wir dann endlich losfahren kommen aber noch die Zoellner, raeumen halbherzig ein paar Taschen aus und nehmen einige Schachteln mit… so geht das!

Da wir Uyuni schon kennen, fahren wir am naechsten Morgen weiter nach Potosi. Die auf ueber 4’000m gelegene Stadt gehoerte einst zu den reichsten von ganz Amerika. Dies dank den Silbervorkommen im Hausberg «Cerro Rico», dessen Architektur unterdessen einem Emmentalerkaese gleicht. Die Minenarbeiter krampfen hier noch immer unter schwersten Bedingungen und ohne sicheres Einkommen. Sie sind stolz auf ihre Arbeit, obwohl sie wegen Staub, giftigen Gasen und hoher Unfallgefahr nur eine sehr kurze Lebenserwartung haben 🙁


Cerro Rico

Eigentlich schon etwas «bolivienmuede» kommen wir schliesslich in Sucre an …und sind begeistert!!!

Wir haben das Gefuehl in einem anderen Land zu sein: Es gibt Blumen auf den Verkehrsinseln, ein Gesetz, das besagt, dass alle Hauser der Stadt weiss gestrichen sein muessen, Asphaltstrassen und sogar einen Supermercado! Der Lebensstandard scheint hier zumindest in der Innenstadt um Welten hoeher als auf dem Altiplano. Die meisten Haeuser sind aus Backsteinen gebaut und es gibt fast ueberall fliessend Wasser und Strom waehrend 24h am Tag! Wow!

Liebe Grüsse aus Bolivien

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